Ein frischer Anstrich verändert eine Wohnung mehr als fast jede andere Massnahme – und kostet vergleichsweise wenig. Ob beim Mieterwechsel, vor dem Verkauf oder einfach, weil es Zeit ist: Hier finden Sie realistische Preise und den Ablauf.
Was kostet es?
Richtwerte für das Wallis, inklusive Material und Abdecken:
| Leistung | Richtwert |
|---|---|
| Wände streichen (guter Untergrund) | CHF 12 – 22 / m² Wandfläche |
| Decken streichen | CHF 14 – 26 / m² |
| Inkl. Ausbessern, Spachteln, Grundierung | CHF 22 – 38 / m² |
| Tapete entfernen | CHF 8 – 16 / m² |
| Heizkörper, Fensterrahmen lackieren | ab CHF 90 pro Stück |
Als Faustregel für eine ganze Wohnung: Rechnen Sie mit dem Zwei- bis Dreifachen der Bodenfläche als zu streichende Wandfläche. Eine 80-m²-Wohnung hat also grob 200 bis 240 m² Wand- und Deckenfläche.
Typische Gesamtkosten: Eine 3,5-Zimmer-Wohnung komplett zu streichen liegt meist zwischen CHF 3'500 und 7'000 – je nach Zustand und ob Decken mitgemacht werden.
Was den Preis treibt
- Zustand des Untergrunds: Risse, Löcher und alte Tapeten bedeuten Vorarbeit – oft der grössere Teil des Aufwands.
- Farbwechsel: Von Dunkel auf Hell braucht meist zwei bis drei Anstriche statt einem.
- Deckenhöhe: Über 2,80 m wird ein Gerüst nötig.
- Möblierte Wohnung: Ausräumen und Abdecken kostet Zeit. Leer ist günstiger.
- Kleine Räume: Viele Ecken und Kanten sind aufwendiger als grosse glatte Flächen.
Wie lange dauert es?
Eine 3,5-Zimmer-Wohnung schaffen zwei Maler in der Regel in zwei bis vier Tagen, inklusive Abdecken und Aufräumen. Muss viel gespachtelt oder Tapete entfernt werden, kommen ein bis zwei Tage dazu. Zwischen den Anstrichen braucht Farbe Trocknungszeit – das lässt sich nicht beschleunigen.
Beim Mieterwechsel: was gilt?
Ein häufiges Missverständnis: Mieter müssen beim Auszug nicht automatisch streichen. Massgebend ist die normale Abnutzung und die Lebensdauer des Anstrichs – die liegt bei Innenanstrichen typischerweise bei acht bis zehn Jahren. Ist der Anstrich älter, kann in der Regel keine Neubemalung verlangt werden.
Anders sieht es aus bei übermässiger Abnutzung: Dübellöcher in grosser Zahl, Nikotinablagerungen oder eine eigenmächtig gewählte auffällige Farbe können zulasten des Mieters gehen. Im Streitfall lohnt sich eine Beratung beim Mieter- oder Hauseigentümerverband.
Für Verwaltungen übernehmen wir Malerarbeiten beim Mieterwechsel regelmässig – inklusive kurzfristiger Termine zwischen Aus- und Einzug.
Selber streichen oder machen lassen?
Streichen kann man lernen, das ist keine Geheimwissenschaft. Der Unterschied liegt in der Vorarbeit und den Kanten: saubere Übergänge zu Decke und Rahmen, gleichmässige Deckung, kein Streifenbild. Wer wenig Zeit hat oder ein Ergebnis will, das auch bei Seitenlicht gut aussieht, fährt mit einem Betrieb besser. Wer selbst streicht, sollte vor allem beim Abdecken und Vorbereiten nicht sparen – dort entstehen die meisten Ärgernisse.


