Kurz gesagt: Einen Altbau saniert man in dieser Reihenfolge: Zustand aufnehmen, Gesuche vor Baubeginn einreichen, Schadstoffe abklären und zurückbauen, Gebäudehülle, Haustechnik, Innenausbau, Oberflächen. Als Richtwert kostet eine umfassende Sanierung CHF 800–1'500 pro m² Wohnfläche, eine Kernsanierung CHF 1'500–2'800 pro m². Planen Sie 10 bis 20 Prozent Reserve ein. Bei Gebäuden vor 1991 verlangt die Walliser Bauverordnung im Baugesuch eine Schadstoffdiagnose.
Viele Häuser im Oberwallis stammen aus den Fünfziger- bis Achtzigerjahren, dazu kommen ältere Chalets und Häuser in den Dorfkernen. Sie sind oft solide gebaut, aber energetisch, technisch und im Grundriss nicht mehr auf dem heutigen Stand. Eine Sanierung lohnt sich in den meisten Fällen – wenn sie in der richtigen Reihenfolge passiert. Wer mit dem neuen Bad beginnt und danach Fenster, Dach und Heizung ersetzt, macht Arbeit doppelt.
1. Zuerst den Zustand aufnehmen
Bevor Sie über Platten und Fronten nachdenken, braucht es ein ehrliches Bild der Substanz:
- Dach und Fassade: Ist das Dach dicht, die Fassade rissfrei, die Dämmung vorhanden?
- Feuchtigkeit: Feuchte Kellerwände, Salzausblühungen, Schimmel in Ecken – die Ursache muss vor jedem Innenausbau behoben sein.
- Leitungen: Alte Wasserleitungen, Abläufe und Elektroinstallationen sind bei Altbauten häufig am Ende ihrer Lebensdauer.
- Heizung: Alter, Energieträger und ob ein Ersatz in den nächsten Jahren ansteht.
- Tragwerk: Holzbalkendecken, Mauerwerk, frühere Umbauten – vor allem, wenn Wände entfernt werden sollen.
Für eine energetische Gesamtsicht ist ein GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone mit Beratungsbericht) hilfreich. Er zeigt, welche Massnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, und ist bei Fördergesuchen oft Voraussetzung.
2. Schadstoffe abklären
In der Schweiz ist Asbest seit 1990 verboten – in Gebäuden aus der Zeit davor kann er aber noch stecken: in Bodenbelägen und deren Klebern, in Plattenklebern und Fugen, in Fensterkitten, Faserzementplatten, Rohrisolationen und Heizungsräumen. Auch alte Fugenmassen und Anstriche können Schadstoffe enthalten.
Bei Abbruch oder Umbau eines Gebäudes, das vor 1991 erstellt wurde, verlangt die Walliser Bauverordnung im Baugesuch eine Schadstoffdiagnose (Art. 37 BauV). Aber auch ohne Baugesuch gilt: Vor dem Rückbau abklären, nicht nachher. Besteht ein Verdacht, stoppen wir die Arbeiten und lassen Proben durch eine Fachstelle analysieren. Ob Ihr Vorhaben ein Gesuch braucht, erklärt der Ratgeber Baubewilligung im Wallis.
3. Die richtige Reihenfolge
- Analyse und Konzept – Zustand, Ziele, Budget, Etappen.
- Gesuche vor Baubeginn – Fördergesuch, Baubewilligung oder Meldung. Wer vor dem Förderentscheid beginnt, verliert den Anspruch.
- Schadstoffsanierung und Rückbau – sauber getrennt und entsorgt.
- Gebäudehülle – Dach, Fassade und Fenster, aufeinander abgestimmt.
- Haustechnik – Heizung, Sanitär, Elektro, solange Wände und Böden offen sind.
- Innenausbau – Unterlagsböden, Wände, Bäder, Küche.
- Oberflächen – Platten, Parkett, Malerarbeiten, Holz.
Zwei Punkte werden oft übersehen: Die Heizung sollte erst nach der Hülle dimensioniert werden – ein gut gedämmtes Haus braucht eine kleinere Anlage. Und wer nur die Fenster ersetzt, ohne die Wände zu dämmen, verschiebt den kältesten Punkt vom Glas auf die Wand. Ohne angepasstes Lüften droht dort Schimmel.

Etappieren oder in einem Zug?
Eine Sanierung in einem Zug ist meist günstiger und schneller: ein Gerüst, eine Baustelle, eine Koordination. Etappen schonen dafür das Budget und lassen sich bewohnt umsetzen. Wichtig ist dann, die Reihenfolge trotzdem einzuhalten und Anschlüsse für spätere Etappen vorzubereiten. Steuerlich kann das Verteilen über mehrere Jahre die Progression brechen – bei selbstbewohntem Eigentum allerdings nur noch bis Ende 2028, siehe Renovation und Steuern.
Was kostet eine Altbausanierung?
| Umfang | Richtwert pro m² Wohnfläche |
|---|---|
| Teilsanierung (Bad, Küche, Oberflächen) | CHF 500 – 1'000 |
| Umfassende Sanierung inkl. Haustechnik | CHF 800 – 1'500 |
| Kernsanierung (Rückbau bis Rohbau) | CHF 1'500 – 2'800 |
Energetische Massnahmen an der Gebäudehülle sind darin nicht enthalten und hängen stark von Fläche und System ab. Planen Sie bei Altbauten eine Reserve von 10 bis 20 Prozent ein – hinter alten Wänden findet man fast immer etwas. Konkrete Beispielrechnungen stehen im Ratgeber Wohnung renovieren: Kosten.
Besonderheiten im Wallis
- Klima: Starke Sonne im Rhonetal, Frost und Schnee in den Höhenlagen – Material und Aufbau müssen dazu passen.
- Holz und Chalets: Holzkonstruktionen brauchen andere Lösungen als Massivbauten, etwa bei Feuchtigkeit und Dämmung. Mehr bei der Chalet-Renovation.
- Dorfkerne: Viele ältere Häuser stehen in geschützten Ortsbildern oder sind inventarisiert – dann sind auch Innenumbauten bewilligungspflichtig.
- Logistik: In autofreien Orten und an steilen Hanglagen kostet der Transport Zeit und Geld.
Was wir übernehmen
Wir übernehmen Rückbau, Platten-, Maler-, Boden-, Trockenbau- und Holzarbeiten selbst und koordinieren Sanitär, Elektro, Statik und Schadstoffabklärung mit festen Fachpartnern. Sie haben einen Ansprechpartner und eine Offerte. Mehr zu unseren Renovationsarbeiten und zum Umbau.
Sie planen eine Renovation oder einen Umbau im Oberwallis? Wir besichtigen Ihr Objekt kostenlos und erstellen eine Festpreis-Offerte – jetzt Termin vereinbaren oder direkt anrufen: 079 122 10 94.




